Cholera gab es in Haiti bis zum September 2010 nicht.

Der massive Auftritt mit 2400 Toten innerhalb von 2 Monaten zeigt, dass dieser aus Asien eingeschleppte Erreger, der hygieneabhängig auch von Mensch zu Mensch übertragen wird, unglaublich gefährlich ist. Die Cholera wird ausgerechnet bei den Menschen, die unter üblen Bedingungen leben, die meisten Todesopfer fordern.

Was wir in La Saline, dem Slum am Hafen von Port au Prince tun wollen ist, Essen und Trinken unter hygienischen Bedingungen zu ermöglichen. Anstelle von Einzelkuechen soll eine zentrale Küche das Essen ausgeben. Und dafür bitten wir um Eure Spende.


Freitag, 27. Mai 2011

Cholera auf der Insel Hispaniola

Es ist ja schon eine besondere Tragik, dass ausgerechnet von der internationalen UN-Ordnungsmacht Minustah am 21. Oktober 2010 die Cholera am Artibonitefluss nach Haiti eingeschleust worden ist.
Was ich schon von Anfang an befürchtet habe ist, dass sich die Cholera auf die gesamte Insel Hispaniola ausdehnen könnte. Nur dort, wo bessere hygienische Bedingungen vorhanden sind, lässt sich die Ausbreitung verhindern. Das geht bis in die ganz persönlichen Wohnverhältnisse der Menschen hinein.

In Haiti sind nach offiziellen Angaben bisher 5234 Menschen an der Cholera gestorben. In der Dominikanischen Republik gab es im Januar 2011 den ersten Todesfall; bis heute gibt es nach offiziellen Angaben 23 Todesfälle.

Mittwoch, 6. April 2011

barfuss im Dreck . . .

Diese Bilder aus La Saline belegen sehr deutlich, dass die Kloaken in der Strasse des Armenviertels La Saline am Hafen von Port au Prince wahre Brutstätten für die Cholera sind. Und direkt daneben wird die schmutzige Wäsche gewaschen und es wird gelebt und geliebt und es werden Kinder gezeugt.

Unser Erscheinen löst einen Menschenauflauf aus. Man möchte Brot, frisches Wasser, Hilfe in diesem Elend, nur raus, raus, raus . . .

Ich kann nicht mehr hingehen, mit leeren Händen dazustehen ist ein Skandal. Ich will die Kloaken verrohren und durchspülen. Ich will den Menschen Arbeit und Essen geben, aber die Arme erlahmen, wenn keiner mitzieht. Die zentrale Essensküche ist leer. Die Familienstiftung, die mir den Anfang leicht gemacht hat, hat jetzt bessere Ziele als diese Kloake in La Saline, dem Armenviertel am Hafen von Port au Prince.


Die Kinder stehen mit leeren Tellern und Schüsselchen da. Ich kann das nicht mit ansehen. Wenn keiner mitzieht, bleibe ich hier in Las Terrenas in der Dominikanischen Republik. Warum zieht nur keiner richtig mit? Was haben diese Menschen verbrochen, dass sie so leben müssen. Es ist dramatisch  -  und die Welt schaut weg . . .


Freitag, 18. März 2011

Cholera auf Hispaniola

Haiti:  bis zum 12. März sind 252 000 Menschen an der Cholera erkrankt, 4.672 von ihnen starben seit Oktober 2010. Diese Zahl meldet das MSPP (Gesundheitsministerium aus Haiti).

In der Dom.Rep. sind  560 Menschen an dieser Cholera erkrankt und bis zum 12. März sind 6 von ihnen gestorben.

Was bedeutet dies?
Der Ausbruch der Cholera vom 21. Oktober 2010 am Arbonitefluss in Haiti, dem längsten Fluss auf der Insel Hispaniola, wurde begünstigt durch die intensive Nutzung des Flusswassers durch die haitianischen Anwohner.
So wurden innerhalb der ersten 30 Tage 19 000 Personen infiziert und 1100 von ihnen starben in der Folge.

Dass auch die Dom.Rep. nicht von der Cholera verschont bleibt, war abzusehen, denn der intensive Grenzverkehr besonders in Dajabon und Jimani, wurde weiter aufrecht erhalten. Immerhin haben beide Nachbarn auf Hispaniola ihren jeweils grössten Handelspartner im Nachbarland.  So kam denn auch die Einschleppung der Cholera in die Dom.Rep. von Reisenden aus Haiti. Durch Isolierung der einzelnen Cholerafälle gelang es, den grössten Teil des Landes von der Cholera zu verschonen, insbesondere entlang der Ferienzentren. Dass die Häufigkeit auf dominikanischer Seite in der Artibonite-Niederung am grössten ist, verwundert natürlich nicht, denn es gibt ja hier nur eine 'grüne Grenze' ohne trennende Befestigungen.

So kam es denn auch, dass die Nervosität auf dominikanischer Seite im Januar und Februar 2011 immer grösser wurde, was in der nahen Grossstadt Santiago, aber auch in anderen Landesteilen, schliesslich zu Ausschreitungen gegenüber haitianischen Bürgern als Verursacher der Cholera in der Dom.Rep. führte.

Razzia in Barahona

Polizei und Armee des Landes nutzten die Gelegenheit, in eng von Haitianern bewohnten Gegenden,  regelrechte Razzien  durchzuführen und haitianische Staatsbürger ohne gültige Ausweispapiere sofort auszuweisen. Dass diese Menschen nach dem Erdbeben und aus Angst vor der Cholera über die grüne Grenze ins rettende Nachbarland geflüchtet waren, galt nicht als Aufenthaltsgrund.  Dass die ohnehin durch das Erdbeben vom 12. Januar 2010 und durch den Hurrikan stark gebeutelten Nachbarn selbst unter der Einschleppung der Cholera durch nepalesische UN-Soldaten zu leiden haben, fand dabei keine Gnade. Humanitäre Regeln wurden dabei offensichtlich missachtet, weshalb es auch zur Intervention der Vereinten Nationen kam. Danach wurden keine Razzien mehr durchgeführt.

Weitere Entwicklung
In Haiti könnten nach neuesten Schätzungen von Choleraforschern bis Ende November 2011 779.000 Erkrankungen und 11.100 Todesfälle auftreten. Tausende Menschen könnten gerettet werden, wenn sauberes Wasser, Impfungen und ausreichend Antibiotika bereitgestellt würden, so die Forscher. Quelle:http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/magen-darminfekte/article/645756/haiti-sterben-tausende-menschen-weiter-cholera.html Massenimpfungen sind bisher nicht durchgeführt worden. Die Ursache dürfte darin liegen, dass die Wirksamkeit bei  diesem Bakterientyp aus Südostasien umstritten ist und ohnehin ein Impfschutz nur begrenzte Zeit vorliegt.
Inzwischen wurden auch Meerestiere an der Mündung des Artibonite-Flusses nicht von diesen Cholera-Bakterien  verschont. Das hat zu einer Panik unter Fischern in Haiti geführt, deren Lebensgrundlage dadurch zerstört wurde.
Die starke Ausbreitung der Cholera in Haiti und eine noch nicht erreichte Eindämmung haben ihre Ursache in den hygienischen Bedingungen des Landes, die besonders in den Armenvierteln von Port au Prince äusserst schlecht sind.


Kloakenbach in La Saline
Unsere kleine Hilfsgruppe aus Las Terrenas setzt Hilfe aus Deutschland, der Schweiz und Österreich seit dem Erdbeben vom 12. Januar in La Saline, dem Armenviertel am Hafen von Port au Prince in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Menschen um. Die hygienischen Verhältnisse sind hier, wie auch im anderen Armenviertel Cité Soleil, besonders schlecht. Das erhöht das Ansteckungsrisiko mit Cholera ungemein. Umso mehr ist hier die Verbesserung der hygienischen Bedingungen, insbesondere gesichertes Trinkwasser und abgesicherte  Essensbedingungen durch eine zentrale Suppenküche, besonders wichtig. http://cholerainlasaline.blogspot.com/

Es ist verständlich, dass die vielerorts stattfindenden Katastrophen dazu geführt haben, dass Spenden nahezu gänzlich unterbleiben. Jede Naturkatastrophe führt zu ihrer je eigenen geographischen und menschlichen Tragödie, so auch diejenige in Haiti. Es sei angemerkt, dass die ehemals afrikanischen Menschen, die zumeist aus dem Senegal in Westafrika entführt und versklavt wurden, ihr menschliches Leiden nun fortgesetzt sehen. Dass die UN-Militärbesetzung, die als MINUSTAH-Stabilisierungsmacht auftritt, nun noch die Cholera eingeschleppt hat, entbehrt nicht der besonderen Tragik.
.
In der Dom.Rep. treten die meisten Cholerafälle entlang der haitianischen Grenze auf. Allerdings bleibt die Publizierung wohl weiterhin sehr restriktiv. Die letzte Verteilungskarte wurde am 26. Januar publiziert.
Eine eigentliche nachbarschaftliche Hysterie ist bisher ausgeblieben, von einigen wenigen Fällen von Lynchjustiz in Santiago einmal abgesehen. Indessen werden Haitianer noch ktischer angesehen als ohnehin schon. Der zumeist ungeliebte Nachbar gibt sich nach den oben beschriebenen Repatriierungsfällen betont zurückhaltend, um keine neuen Repressalien zu vergegenwärtigen.

Die Zahl der offiziell bekanntgegebenen Cholerafälle in der Dom.Rep. wird sehr zurückhaltend publiziert, um die Feriengäste nicht zu verunsichern. Nach einem spektakulären Cholera-Ausbruch in der Folge eines Hummern-Essens in Santo Domingo musste der Verzehr von Meeresfrüchten untersagt werden. Seither unterliegt die Einfuhr von Gemüse und Obst aus Haiti strengen Grenzkontrollen.
Es ist zu erwarten, dass auch in der Dom.Rep. die Zahl der Cholerafälle auf der Zeitschiene erheblich zunehmen wird. Kritisch wird es hingegen dann, wenn es auch in Ferienzentren Cholerafäle gibt. Die weiteren offiziellen Reaktionen und die Frage, ob es dann wieder Razzien seitens der Polizei und des Militärs geben wird, bleibt abzuwarten.

Dienstag, 8. März 2011

Wir haben Mama Theana zu uns nach Las Terrenas geholt

Mama Theana
Wegen ihres angekratzten Gesundheitszustandes haben wir Mama Theana, die Mutter von Raymonde, in einem Akt der humanitären Hilfe zu uns nach Las Terrenas genommen. Sie hätte eine Ansteckung mit dem Cholera-Bazillus nur schwerlich überstanden.


Die Suppenküche an der Plaza Jeremie wird von Mme Vousele, Ciliana und Adrien Jeanbaptiste weiter betreut.

Alles, was wir mit unseren bescheidenen Mittelntun können ist, vorbeugend die Situation bei Essen und Trinken zu verbessern. Bei erfolgten Ansteckungen werden die Kranken sofort ins nächste Spital gebracht. Aber die hygienischen Verhältnisse sind ausserordentlich prekär.

Freitag, 10. Dezember 2010

.8 Spenden sind eingetroffen

Unser Kampf gegen die Cholera geht weiter.
Die Versorgung mit gutem Trinkwasser ist zurzeit unser grösstes Problem. Es gibt zwar schon Trinkwasser, aber die Qualität ist ungenügend. Zudem ist die Lagerung in zementierten Erdgruben problematisch.
Qualitativ hochwertiges Wasser wird in kleinen Plastikbeuteln von etwa 0.15 Liter geliefert. Damit kann jedoch der Bedarf von etwa 1-2 L. Wasser je Person bei weitem nicht gedeckt werden.
Mit einer neuen Zisterne soll fortan die Trinkwasserversorgung wesentlich verbessert werden.

Mit den neuen Spenden hat unser Wiederaufbauprogramm einen guten Impuls bekommen. Allerdings liegt die Priorität heute bei der Cholerahilfe.

Unser Anliegen, Medikamentenlieferungen nach Haiti zu organisieren, musste fallengelassen werden. Einerseits hat sich kein Kurier gefunden, der bereit wäre, ins Seuchengebiet zu fahren, andererseits hat sich inzwischen die Medikamentenversorgung wesentlich verbessert. Wir beschränken uns daher darauf, bei der Medikamentenversorgung vor Ort zu helfen.

Zur Cholerahilfe gehört insbesondere auch die zentrale Suppenküche, wodurch das Ansteckungsrisiko mit verseuchtem Gemüse massgeblich verringert wird. Die von unserer Gruppe im Januar eingerichtete Suppenküche ist zu einem festen Bestandteil der Hilfe für La Saline geworden.

Montag, 22. November 2010

.7 Organisation eines Kurierdienstes

Bitte helft mir mit,
Cholera-Medikamente Transporte nach Haiti zu organisieren


Dra Junette im Gespräch
mit Raymonde Jeanbaptiste
 Unsere Ärztin Dra Junette aus Haiti hat gestern Abend noch am Telefon berichtet, wie schlimm die Lage ist und wie viele Menschen sterben, besonders dort, wo die Armen wohnen, in den beiden Slums Cite Soleil und La Saline (wo Dra Junette tätig ist). 

Mit Hilfe einer grösseren Einzelspende von Dr. Clark Research, Bern/CH kann ich schon mal ein Paket mit 2000 Tabletten aus Apotheken hier in Las Terrenas bereitstellen und einen Kurier mit Caribe Tours nach Port au Prince zu Dra Junette schicken. Dort ist dieses Mittel nach ihrer Recherche nicht erhältlich. Für eine Cholera-Behandlung braucht es etwa 10 Tabletten dieses Typs.

Endlich haben wir ein hoffentlich wirksames Medikament gegen die Cholera. Es handelt sich um ein besonderes Antibiotikum, dessen Wirksamkeit gegen diesen Typ Cholera von der US-Seuchenbehörde CDC vor 3 Tagen  bestätigt worden ist.

Bitte schickt Eure Spende auf eine der folgenden Konten:

Spendenkonto Schweiz:
Credit Suisse Zuerich
Konto Hans Joachim Badzong Nr. 469676-31
BIC: CRECHZZ80A
IBAN: CH16 0483 5046 9676 3100 0

Spendenkonto in der Dom.Rep.:
Banreservas Las Terrenas
Konto 290-004957-9
SWIFT: BRRDDOSD
Hajo Badzong, Nostalgia Caribe

Spendenkonto Deutschland:
Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau
Konto Malgorzata Kern
Kto.Nr. 12962215
BLZ 680 50101
(Bitte, immer den Zusatztext "Cholera" angeben)
Bitte helft helfen!!!
Euer Hans Joachim

Freitag, 19. November 2010

.6 Nun hat die Cholera auch La Saline erreicht - unser Kampf dagegen hat absolute Priorität

Dorfbach, besser Kloake,von La Saline
Die Cholera hat jetzt auch La Saline im Griff.  Die Epidemie greift um sich und wie Mama Jeanbaptiste heute morgen mitgeteilt hat, haben  wir die ersten Todesfälle auch hier in La Saline.


Unser Kampf gegen die Cholera hat absolute Priorität

Vorbeugende Massnahmen
Wir haben die Arbeit in unserer zentralen Küche intensiviert. Wir wollen erreichen, dass die Familien nicht mehr selbst kochen, sondern in der zentralen Küche essen. Hier kann die Hygiene einigermassen aufrecht erhalten werden. Alle Spenden fliessen jetzt in diese Küche. Auch Familien, die Patenschaftsbeiträge für Ihr Kinder oder einen Teil der Kinder bekommen, können gesamthaft in der zentralen Küche essen.

Aber an allem herrscht Mangel. Zu wenig Trinkwasser, zu wenig Brauchwasser, zu wenig Hygiene, zu wenig Essen. Es werden Chlorpastillen gebraucht für das Wasser, Chlorpulver für die Kloake und Chlorflüssig zum Waschen und Putzen. 
Und eine grosse Zisterne muss noch aufgestellt werden. Wir erhalten eine Spende, die dafür vorgesehen ist. Sobald diese eintrifft, wird die Zisterne aufgestellt.


Medikamentöse Bekämpfung

Eigentlich wollten wir nur vorbeugende Massnahmen ergreifen. Seit heute ist bekannt, welche Medikamente gegen diesen Cholera-Erreger wirksam sind 1). Wir haben mit Dra. med. Junette Joseph vereinbart, die bereits für uns  in der Ersten Hilfe nach dem Erdbeben tätig war, dass sie wieder unsere medikamentöse Hilfe begleitet und die Dosierungen festlegt. Auch diese medikamentöse Hilfe kostet Geld. Wir werden einen Teil der Spenden verwenden, um  Medikamente zu kaufen. Wenn es diese in Port au Prince gibt, so werden sie dort gekauft. Ich habe heute hier in Las Terrenas recherchiert und sie sind auf jeden Fall hier erhältlich.
Ggf. werde ich einen Kurier schicken.


1) Die Deutsche Ärzte-Zeitung schreibt:

. . .  Durch ihren jüngsten Untersuchungen konnte die CDC (US-Seuchenbehörde) zudem die Wirksamkeit sowie Resistenzen von verschiedenen Antibiotika nachweisen.
Demnach sind bei den in Haiti gefundenen Erregern Tetrazykline wirksam, während die Erreger gegen Sulfisoxazol und Nalidixinsäure resistent sind. Auch Azithromycin sei wirksam, Ciprofloxacin nur mit Einschränkungen. Resistenzen seien auch gegen Furazolidon gefunden worden.
Die Behörde empfiehlt als Standardtherapie eine Einzeldosis Doxycyclin für Nicht-Schwangere und Kinder, und bei Schwangeren Azithromycin'

Ganzer Text in:

 http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/magen-darminfekte/article/630269/cholera-haiti-stammt-vermutlich-quelle.html